Weichei oder Was?

Sieg­lin­de hat einen Leder­ja­cken­typ ken­nen­ge­lernt, einen Hard­rock­gui­tar­ris­ten, einen tap­fe­ren Ama­teur­bo­xer, einen Mann ohne Nuan­cen, ohne Neben­sät­ze, einen ein­fa­chen Jun­gen, für den es bloß Stras­sen­wei­ber oder sol­che zum Hei­ra­ten gab, einer, für den Chris­tia­no Ronal­do unend­lich wich­ti­ger war als Anton Tsche­chow.. Das gefiel ihr damals, und das war ich! … Aber  jetzt?

Jetzt wasche ich ab in unse­rer Wohn­ge­mein­schaft mit Fritz, Ali, Pro­spe­ro und Gud­run sowie Mela­nie , die letz­te­ren bei­den bil­den ein Pär­chen.

Jetzt sau­ge ich Staub und wenn Ali ran­da­liert, fra­ge ich ihn sanft ‚ob er ein Pro­blem hät­te. Sieg­lin­de erzählt mir, dass sie eine Par­al­lel­be­zie­hung brau­che. Und die hat sie mit dem Body­buil­der Theo.. Man bräuch­te  auch mal eine Schul­ter zum Anleh­nen , erklärt sie . Dabei ver­fü­ge ich über star­ke Schul­tern, die natür­lich bei die­ser Psy­cho­lage täg­lich schma­ler wer­den..

Ich habe mit Ali und Pro­spe­ro eine Män­ner­grup­pe gebil­det . Bei Toma­ten­saft und Tofu­bu­let­ten hin­ter­fra­gen wir die Pro­ble­me und kom­men nicht wei­ter. Stimmt ja, dass Män­ner pri­mi­tiv und bescheu­ert sind, dass sie die Welt in den Zustand gebracht haben , in dem sie halt ist, dass wir die Frau­en nicht ver­ste­hen, dass wir zwar ein­par­ken aber nicht zuhö­ren kön­nen..

Wir ver­su­chen das zu rich­ten, edel, sen­si­bel, ver­ständ­nis­voll und emp­find­sam zu wer­den…

Doch nun haben wir das über­trie­ben, unse­re Mie­zen ren­nen uns mit stu­pi­den Body­ty­pen davon,  Ker­le mit wie­hern­dem Lachen und blö­den Sprü­chen, die dau­ernd ihre Mus­keln spie­len las­sen oder sich unge­niert am Sack krat­zen. Wenn sich unse­re Ex-Mädels gut hal­ten, krie­gen sie die­se Libi­do­bro­cken viel­leicht hin. Dann wer­den die eines Tages ähn­li­che Weich­ei­er wie wir in unse­rer Män­ner­grup­pe.. Aber dann ist es zu spät .. Dann lie­be ich eher Ali oder Pro­spe­ro .. Bloß Jungs brin­gen  auch wie­der Pro­ble­me..

Ein Glück, dass ich noch mei­nen Hams­ter habe. Bei dem wenigs­tens füh­le ich mich nicht so als Weich­ei!

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