Wir werden verarscht!

Wir wer­den ver­arscht, DU ARROGANTES ARSCHLOCH, Ver­ro­hung und Ver­ar­mung einer ehe­ma­li­gen Kul­tur­spra­che und wel­che Lan­ge­wei­le davon aus­geht!

Über­haupt nichts gegen Kraft­aus­drü­cke, und wie die­se dem, der sie gebraucht, gut tun, ihn ein biss­chen befrei­en kön­nen von sei­nen Abnei­gun­gen. Das macht Spaß, echt, es auf GUT DEUTSCH zu sagen. Wenn es denn nicht immer die­sel­ben Aus­drü­cke wären, wenn denn da nicht eine so schreck­li­che Mono­to­nie auf­kä­me, so dass man von Aus­drucks­ar­mut, Wir­kungs­lo­sig­keit, ja vom Ende einer sinn­vol­len Kul­tur­spra­che reden muss. Jetzt mal kon­kret. Frü­her, als man noch den Reich­tum unse­res mit­tel­eu­ro­päi­schen Idi­oms genoss, ver­moch­te man das Ver­sa­gen oder die ekel­haf­te Hal­tung eines unsym­pa­thi­schen Mit­men­schen u. a. wie folgt bezeich­nen:

Ein Töl­pel, ein Gim­pel, ein Tol­patsch, eine fie­se Möpp, ein Idi­ot, eine Flach­zan­ge, ein Dünn­brett­boh­rer, eine Pfei­fe, eine Fla­sche, ein Dreckskerl, ein Schwei­ne­hund, ein Scheiß­typ, eine Pflau­me, eine Lusche, eine Null­num­mer … Euch fällt sicher noch viel mehr ein. Heu­te ist so ein Mensch immer nur ein ARSCHLOCH, jede bes­se­re jun­ge Dame gebraucht dies Wort jeden Tag ein hal­bes Dut­zend Mal und fühlt sich damit gegen­über einer bestimm­ten Män­ner­welt eman­zi­piert. Erkennt man dem Beschimpf­ten trotz allem eine gewis­se Intel­li­genz zu, stei­gert man ihn zu einem ARROGANTEN ARSCHLOCH. Dar­auf hat etwa der Kanz­ler­kan­di­dat Anspruch. Hat er aber was davon!

Könn­ten wir nicht end­lich ver­su­chen, sprach­lich und mensch­lich wie­der ein biss­chen zu dif­fe­ren­zie­ren, ehe wir alle zu einem EINZIG VOLK VON ARSCHLÖCHERN wer­den, was wir für vie­le Frem­de wohl auch sind, aber das muss ja nicht sein! Das Fata­le ist: Zu ARSCHLOCH gehört ein neu­es Verb, das dem ARSCH, DIESER GEISTIGEN GRUNDLAGE DES WELTVOKABULARS, noch die ent­spre­chen­de Tätig­keit bei­gesellt. Ihr habt es erra­ten. Denn ihr wer­det täg­lich VERARSCHT und Ihr VERARSCHT Eurer­seits Eure Umge­bung.

Du wirst lachen, aber frü­her wur­de jeman­dem ein Bär auf­ge­bun­den, ein Mär­chen erzählt, jemand wur­de hinter’s Licht geführt, abge­kocht, ein x für ein U vor­ge­macht, auch ver­äp­pelt und ver­schei­ßert wur­de er oder sie oder wer immer, er oder sie wur­de ganz ein­fach beschis­sen, betro­gen, über den Tisch gezo­gen, war­um denn nicht mal getäuscht, soll es ja eigent­lich bedeu­ten.

Aber heu­te: „Willst Du mich ver­ar­schen?“. „Du ver­arscht mich doch“. „Sie ver­ar­schen uns mit dem Flug­ha­fen, mit der Ren­te, mit der Ener­gie­kri­se“. „Hör auf mich zu ver­ar­schen“. “Ich las­se mich nicht ver­ar­schen“. „ Ahmad din ed Dschad ver­arscht uns doch nur, der hat gar kei­ne Atom­waf­fen!“ Viel­leicht ist das Gan­ze zu per­sön­lich und zu Beginn die­ses 2o13 als SPRACHGLOSSE etwas über­ra­schend und nicht jeder­manns Sache.

Viel­leicht aber doch: „Lie­be Mit­men­schen, betrügt mich, belügt mich, bescheißt mich und führt mich hinter’s Licht, wenn Ihr’s nicht bes­ser könnt, aber BITTE VERARSCHT MICH NICHT MEHR! Und behaup­tet nicht mehr, ich täte das mit Euch! Und bezeich­net mich mei­net­we­gen als wider­li­che Sau oder Voll­idio­ten, als cha­rak­ter­los und intri­gant (was für ein schmei­chel­haf­tes Wort!), aber doch nicht immer nur als ARSCHLOCH. Denn das sind wir alle, stän­dig, da kommt man sich wie ein Durch­schnitts­we­sen vor und wer will das schon sein?

Lasst Euch das doch mal durch den Kopf gehen, nicht dass ich glau­be, dass mei­ne Obser­va­tio­nen gene­rell unver­zicht­bar sind, son­dern weil ich der Über­zeu­gung bin. Wir soll­ten weni­ger ARSCHLÖCHER sein und uns nicht dau­ernd VERARSCHEN. Wir müs­sen mal eine unge­heu­er rei­che Spra­che gehabt haben. Spürt wie­der ihre Kraft! Sie muss auch nicht so mono­ton sein, wenn sie ordi­när sein möch­te.

Das könn­te man schon mit Schü­lern üben. Streit­ge­sprä­che in denen nicht sekünd­lich ARSCHLOCH und VERARSCHEN raus­kom­men. Nee, das wär’s schon, was ich sagen woll­te. Und FROHES NEUES JAHR für Euch alle, lie­be Erden­bür­ger, lie­be Tie­re, lie­be Pflan­zen und auch für unse­ren Klaus Wowe­reit, der unbe­irrt der sieg­rei­chen Eröff­nung unse­res Flug­ha­fens ent­ge­gen­sieht! Und uns garan­tiert nie VERARSCHT hat!

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