Der Welt geschenkt am 14. Juli 2014:

WE Are the CHAMPIONS … 13. Juli 2014 RIO.

Ja, und ich bin dadurch auch Welt­meis­ter, ein­ge­schmei­chel­ter Kum­pan der Özi, Schwei­ni und des lus­ti­gen Tom­my. Mei­ne Frau ähnelt immer mehr einer von die­sen ver­flucht attrak­ti­ven Spieler­gat­tin­nen, gibt sich aber zum Glück viel beschei­de­ner und unauf­fäl­li­ger auch Ihren Freun­din­nen gegen­über, die eben­falls alle Welt­meis­te­rin­nen sind, aber die­se Mäd­chen ver­fü­gen alle über gesun­den Men­schen­ver­stand, obwohl sie dann immer noch mit so absur­den Fra­gen kom­men wie: Könn­te man Khe­di­ra als neu­en Libe­ro ein­set­zen?

Erst­mal muss das eine Wei­le gefei­ert wer­den, aber wie lan­ge, man schlafft ja auch ab. Zwei­tens soll­ten wir uns bei den Nach­barn ein biss­chen erklä­ren dür­fen von wegen, wir Deut­schen, wir hät­ten eben eine beson­de­re Bezie­hung zu unse­rer Natio­nal­elf, wir wären alle aus­ge­bil­de­te Bun­des­trai­ner, wäh­rend man sich sonst mehr für den ein­zel­nen Ver­ein inter­es­siert als für die natio­na­le Föde­ra­ti­on.

Im Grun­de sei doch alles bloß ein Spiel, man könn­te viel Geld damit ver­die­nen, aber Geld mache auch nicht glück­lich und die Nazis und die Rech­ten wür­den davon pro­fi­tie­ren. Na und? Man darf es aber auch nicht voll­kom­men her­un­ter­spie­len, als hiel­te man sich für ein­ma­lig und die ande­ren Men­schen für Rum­pel­fuß­bal­ler. Wie unglück­lich müss­te denn ein Luxem­bur­ger sein mit der Per­spek­ti­ve, dass sein Land nie Fuß­ball­welt­meis­ter wer­den dürf­te, oder ein Chi­ne­se, oder ein Tscher­kes­se.

Nein, wir wol­len nicht mehr so laut­stark-grö­lend-absto­ßend, kot­zend, falsch sin­gend, bar­ba­risch uns arti­ku­lie­ren (also ein biss­chen wie die Eng­län­der, die sehr viel wohl­an­stän­di­ger gewor­den sind, seit sie nicht mehr gewin­nen). Wenn wir immer wie­der mal Fuß­ball­welt­meis­ter wür­den, soll­ten wir uns durch lie­bens­wür­di­ge Reden und gut gemein­te Trink­sprü­che aus­zeich­nen.

Wir wol­len beschei­de­ner daher­kom­men, dem Besieg­ten ent­ge­gen­ge­hen, ihn erhe­ben auf unser Niveau („am Deut­schen Wesen soll die Welt gene­sen”) und über­zeu­gend dar­le­gen: Im Grun­de macht es mehr Spaß, euch Fran­zo­sen, lis­ti­gen Ita­lie­nern, sogar Bri­ten, wenn’s denn sein muss, zuzu­schau­en, als die­sen Deut­schen Per­fek­tio­nis­ten.

Es ist eigent­lich eine ledig­lich ästhe­ti­sche Ent­wick­lung. WIR WOLLTEN KEINE RUMPELFUSSBALLER wer­den und DESHALB WURDEN WIR WELTMEISTER. Wir wur­den nur Welt­meis­ter, weil wir uns um Eure Lie­be bemüh­ten.

Mehr nicht. Es ist ja am Ende nur ein Spiel. Und jetzt blei­ben wir da wo wir sind und laden Euch ein, uns loy­al zu besu­chen, von uns zu ler­nen, mit uns dezent zu fei­ern …, weil wir eben Welt­meis­ter sind.

So ist das, wei­ter nichts und des­halb grü­ße ich alle lands­män­ni­schen und lands­frau­li­chen Welt­meis­ter unse­rer Gegend und die, die uns des­we­gen bewun­dern! Was für ein schö­ner Tag!


Zu allen Artikeln aus des Meisters Feder!

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