Der Welt geschenkt am 8. Mai 2012:

Reviens GILBERT!

Warum hast Du uns am 18. Dezem­ber 2oo1 ver­las­sen, bloss weil Du zu viel geraucht hast? Ein­fach so.
Kurz davor ent­stan­den DEINE letz­ten Auf­nah­men. Mon­sieur Hun­dert­tau­send Volt liegt heute auf dem Père Lachaise, wo auch Heine, Ros­sini, Edith Piaf-und-für mich per­sön­lich weni­ger interessant-Jim Mor­ri­son lie­gen. Mit sei­ner Show zwi­schen unbän­di­ger Lebens­lust sowie bewußt ein­ge­setz­ter, ent­fes­selnd träl­lern­der Hys­te­rie war Gil­bert für uns Bécaud-Geschädigte eine unver­zicht­bare DROGE. Von die­sem begna­de­ten Sän­ger, Pia­nis­ten und Kobold konnte man ler­nen, sich an der eige­nen klei­nen Per­son zu berau­schen, ohne sich nun wie­der zu ernst zu neh­men. Ich habe noch nie einen Bécaud– Text von Amade, Vida­lin oder Dela­noe ler­nen müs­sen, ich konnte sie ein­fach gleich aus­wen­dig ob NATHALIE oder ET MAINTENANT, ob La VENTE aux enchè­res, LES TANTES JEANNE, ob LES BALADINS oder SEUL SUR SON ETOILE.
Schon in den 5oer Jah­ren –ich war damals noch gar nicht rich­tig auf der Welt, hab‘ das nur gehört– schon da gerierte er sich als musi­ka­lisch –komö­di­an­ti­scher Wir­bel­sturm, gegen den Elvis Pres­ley, der ihn übri­gens auch nach­ge­sun­gen hat–, wie ein zitt­ri­ger Greis daher­kam. Bei allem Respekt und ein­fach gebüh­ren­der Liebe zu Elvis Aron. Das muß mal gesagt werden.

Hé , les AMIS DE GILBERT, las­sen wir ihn auf­er­ste­hen! An sei­nem Geburts­tag, dem 24. Okto­ber oder zu sei­nem Erlö­schen, am 18. Dezem­ber. In einem Ber­li­ner Club, einem schnuck­li­gen Thea­ter, wir: SÄNGER, KOMÖDIANTEN, PIANISTEN, GUITARRISTEN, CLOWNS. Jeder, der etwas von GILBERT kann, sin­gen, sagen, toben möchte, tritt auf. Leute holen wir uns rein, Ein­tritt neh­men wir eben­falls, wenn sich das zu regel­rech­ten GILBERT-Sessions aus­wächst. Die erste REUNION im pro­vi­siert, aber dann ein regel­mä­ßi­ges Tref­fen von französisch-teutonisch-englisch geht natür­lich auch, spa­nisch –rus­sisch, –ita­lie­nisch, –tür­kisch­spra­chi­gen Men­schen. Gil­bert war ein glo­ba­les Phä­no­men.
Schreibt doch mal, was Ihr davon hal­tet, falls Ihr Bécaud ebenso ver­mißt wie Euer respekt­vol­ler Die­ner… Bitte, mel­det Euch, réunis­sons– nous, nous, LES AMIS DE GILBERT!


Zu allen Artikeln aus des Meisters Feder!

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